Öffentliches Inselbad (1912-1948)

Handel & Verkehr & Dienstleistungen

Ausbau Inselbad, Photographie 1933
(StA Paderborn , M 4 Fotosammlung,
Klassifikationsgruppe 08.4, Kurwesen und 09.3.3, Schwimmbad Inselbad)

Das Inselbad wurde als öffentliches Freibad bis nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt. Im Frühjahr 1933 pachtete der Paderborner Schwimmverein das Inselbad, erweiterte das Becken und die Liegewiese. Am 18. Juni 1933 wurde das solchermaßen aufgewertete Bad offiziell eingeweiht, für den Badebetrieb öffnete es bereits am 20. Mai 1933 seine Pforten.[1] 1945 waren die Eingangshalle sowie die Umkleiden zerstört worden. Die Instandsetzung erfolgte wiederum durch den Paderborner Schwimmverein.[2] Nach 1945 bot das Inselbad bis mindestens 1948 als einziges von ursprünglich vier Paderborner Freibädern der Bevölkerung Erfrischung. Wegen des kleinen Beckens war das Wasser aber rasch abgestanden und von schlechter Qualität.
Die von 1912 bis 1925 betrieben Gaststätte blieb bis Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend ungenutzt, ehe das Gebäude den Bomben zum Opfer fiel. Das Holz der Badekabinen nutzte die notleidende Paderborner Bevölkerung als Brennmaterial.[3] Das Hauptgebäude wurde in den folgenden Jahrzehnten in ganz unterschiedlicher Weise genutzt. Die am 2. Oktober 1912 eröffnete Kreishaushaltungsschule musste mit Kriegsbeginn am 1. August 1914 einem Reservelazarett weichen. Dieses wurde bis zum Juli 1918 fortgeführt, ehe es in eine Kriegerheilstätte und Ausbildungsstätte für Kriegsbeschädigte umfunktioniert wurde. Am 20. Juli 1915 attestierte ein Gutachten über die Einrichtung des Inselbades als orthopädische Heilanstalt dessen Tauglichkeit. Licht und Belüftung wären sehr gut, eine zent rale Warmwasser Niederdruckheizung und elektrisches Licht sorgten für angemessenen Komfort. Der Anschluss an das städtische Wasserleitungsnetz sei vorhanden, ebenso Aborte in ausreichender Anzahl, des Weiteren Spülklosetts mit Spülkasten. Die Abfuhr der Fäkalien in die nahegelegene Landwirtschaft funktioniere. Ein großer Garten biete Erholung, die Halle für Turnübungen sei ausreichend. Das Hauptgebäude verfüge über Badezimmer mit Wanne und Brause sowie über eine transportable Badewanne. Auch das Badehaus genüge mit seinen Einrichtungen für elektrische Licht-, Heißluft und Dampfbädern, dem Raum für Handfertigkeitsunterricht modernen Anforderungen; Das Gebäude befinde sich in einem zufriedenstellenden Zustand, auch wenn Boden, Tapeten und Beleuchtung der Flure der Renovierung bedürften. Am 9. November 1915 teilte das Regierungspräsidium mit, dass es keine Einwände gegen Einrichtung einer orthopädischen Heilanstalt erhebe.[4] Bis zum Jahre 1923 behielt es diese Einrichtung. Von 1923 bis zum Juli 1932 logierte das Landessekretariat des Volksvereins für das katholische Deutschland. Unter Leitung von Anton Heinen sollte hier im unbesetzten Teil des Deutschen Reiches ein Bildungsheim als Zwischenlösung errichtet werden. Zum 31. März 1932 gab der Volksverein aus Kosten gründen das Haus auf, es hielten der Technische Notdienst und der freiwillige Arbeitsdienst Einzug.

 

Ausbau Inselbad, Photographie 1933 (StA Paderborn , M 4 Fotosammlung, Klassifikationsgruppe 08.4, Kurwesen und 09.3.3, Schwimmbad Inselbad)
Ausbau Inselbad, Photographie 1933 (StA Paderborn , M 4 Fotosammlung, Klassifikationsgruppe 08.4, Kurwesen und 09.3.3, Schwimmbad Inselbad)

[1] Schreiben I. Paderborner Schwimmverein an Bürgermeister S tadt Paderborn, 18.5.34 (StA Paderborn, A 4397).

[2] Westfälische Zeitung vom 6.6.1947, S. 3. Bericht über den Zustand der Paderborner Badeanstalten, 14.5.1945: (StA Paderborn S 1/10/27).

[3] Westfälische Zeitung vom 14.10.1948, S, 4.

[4] LA Detmold, D 102, Nr. 35.

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Dies ist ein Auszug aus einem Aufsatz der Historikerin Jana Völkel und des Historikers Prof. Dr. Peter Fäßler. Der Originaltitel des Aufsatzes lautet: "Die Ottilienquelle, das Inselbad und die 'Curanstalt Inselbad bei Paderborn'. Eine Dokumentation". Sollten Sie weiteres Interesse an der Historischen Entwicklung der "Curanstalt Inselbad Paderborn" haben, empfehlen wir Ihnen den vollständigen Aufsatz (PDF-Datei) herunterzuladen.

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